
Blog. Ein miserables Wort. Immerhin vermittelt es dem Leser, worum es sich hier handelt. Der Schreiber behandelt in unregelmäßigen Abständen diverse Themen und Gedanken, die dabei nicht zwingend einen aktuellen Bezug haben müssen.
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Zurzeit führen wir in zwei Militär/Flüchtlingslagern entlang der birmanischen Grenze zu Thailand Impfprogramme durch. Insgesamt immunisieren wir in diesen beiden Lagern knapp über 120 Kinder und Erwachsene. Diese Zahl steigt permanent, da wir immer wieder neue Personen in das Programm aufnehmen und wir uns auch um den Impfschutz der Neugeborenen in diesen Camps kümmern. Dabei übernehmen wir stets persönlich die Applizierung.Hintergrund
In Thailand werden alle Neugeborenen direkt oder kurz nach der Geburt gegen Hepatitis B und Tuberkulose geimpft. Danach folgen in regelmäßigen Abständen die Standartimpfungen. Da nun einige Mütter aus den Camps in Thailand ihr Baby zur Welt bringen (um dem Kind die thailändische Staatsbürgerschaft zu ermöglichen), bekommen diese Kids meistens diese erste Dosis direkt nach der Geburt. Wir kennen dagegen kaum Mütter, die ihre Kinder von sich aus zu weiteren Impfterminen bringen (was häufig sowieso nicht möglich wäre) und somit erhalten auch diese Babys praktisch keinen Impfschutz mit auf den Weg.
Geburten in Thailand sind aber ohnehin die Ausnahme. Die überwiegende Mehrzahl der Kinder wird direkt in den Lagern geboren, in denen weder Impfstoffe, noch ausgebildete Hebammen zur Verfügung stehen. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass es praktisch keine Kinder in den Lagern gibt, die ausreichend geimpft worden wären.
Leider ist es uns nicht möglich, alle Kinder durchzuimpfen, da das erstens logistisch und aufgrund der starken Fluktuation der Bewohner schwierig ist und zweitens uns die finanziellen Mittel dazu fehlen. Wir konzentrieren uns daher auf die kleinen Camps und versuchen langfristig zumindest alle Klein- und Schulkinder in diesen beiden Lagern zu immunisieren.
HIV und Hepatitis sind neben Malaria die am weitesten verbreiteten schweren Infektionskrankheiten im Grenzgebiet. Daneben treten regelmäßig Fälle von Tuberkulose auf. Krankheiten wie Malaria, HIV oder Tuberkulose lassen sich vergleichsweise gut behandeln und so können wir dank der nahegelegenen thailändischen Krankenhäuser einige dieser Patienten bereits therapieren - was bei Hepatitis-Erkrankungen aus Kostengründen bisher nicht möglich ist. Dabei sind (nach unseren Testergebnissen) allein mit Hepatitis B mehr als 15% aller Campeinwohner infiziert.Generell
Das zentrale Problem mit HIV oder Hepatitis ist die Ahnungslosigkeit der Menschen im Umgang mit diesen Krankheiten. Daher bemühen wir uns neben der Therapie von Erkrankten auch um eine Eindämmung der rasanten Ausbreitung von HIV und Hepatitis B (vor allen Dingen der leicht zu vermeidenden Mutter-Kind-Übertragung). Hierzu führen wir weitflächige Testaktionen durch, kümmern uns um die fachgerechte Entbindung und Behandlung von Babys infizierter Mütter und versuchen "Aufklärung" zu leisten.
Generell testen wir hauptsächlich Kinder und Schwangere, da wir vielen Erwachsenen und insbesondere Männern bei einem positiven Ergebnis nur wenig helfen können. Der Schutz von Babys HIV- oder Hepatitis B infizierter Mütter ist dagegen relativ einfach zu bewerkstelligen.
Bevor Hilfe überhaupt möglich wird, müssen wir unsere Testergebnisse in einem Labor in Thailand verifizieren. Eine Behandlung von HIV-Infizierten kostet dort lediglich 50 Euro im Monat und ist relativ unproblematisch. Die Patienten müssen täglich ihre Medikamente einnehmen und alle paar Monate ins Krankenhaus zur Laboruntersuchung etc.
Heutzutage können HIV-Kranke mithilfe von ART viele Jahre lang symptomfrei verbringen. Dennoch können wir bislang nur Giohan, einen 13-jährigen Jungen, langfristig behandeln. Die Schwierigkeiten, die mit der Behandlung von HIV verbunden sind, können hier jetzt nicht besprochen werden. Hepatitis B spielt für uns vor allen Dingen bei Schwangeren eine wichtige Rolle. Neugeborene können dank einer Aktiv/Passivimpfung, die direkt nach der Geburt gegeben wird, wirksam gegen eine Übertragung geschützt werden. Ohne diese Impfung besteht ein sehr hohes Ansteckungsrisiko für das Kind und Hepatitis B verläuft bei Neugeborenen meist chronisch.
Eine der einfachsten großen medizinischen Verbesserungen wäre die systematische Behandlung aller HIV-Infizierten und eine systematische Immunisierung aller Kinder. Dies wäre nur mit einem gewaltigen finanziellen Rückhalt realisierbar.
In allen Camps, in denen wir tätig sind, gibt es Unterkünfte für Kinder, die keine Familie in den Lagern haben. Die Kids können dort schlafen und werden dort auch versorgt. Einige der Kinder wurden aus weiter entlegenen Dörfern ins Camp geschickt, andere sind Halb- oder Vollwaisen.
Insgesamt leben wohl mehrere Dutzend Waisen in den Camps. Vor allem die Zukunft dieser Kinder sieht schwierig aus, da sie nach der Schule nur sehr wenige Möglichkeiten haben. Die Chance auf eine anerkannte Bildung oder Ausbildung besteht nur in einigen wenigen Fällen.
Familien, die etwas Geld zur Verfügung haben, können ihre Kinder auch in eine Schule nach Thailand schicken, was den Kindern eine sehr viel bessere Zukunftsaussicht bietet. Potenziell könnten noch viele weitere Kinder nach Thailand geschickt werden, nur fehlen dazu die finanziellen Mittel. Unsere Idee wäre es, ein Heim außerhalb der Lager aufzubauen, in dem wir uns speziell um die gehandicapten Kinder besser kümmern könnten. Nach unserer Schätzung ließe sich eine betreute Unterkunft für 10 oder 15 Kinder mit eintausend Euro im Monat (incl. Schulkosten etc.) verwirklichen.
Hier sind vor allen Dingen finanzielle Förderer gefragt.

Schließlich handelt diese Seite davon, davon Menschen zusam-menzubringen, die den Willen verspüren, etwas zu tun. Und der Wille spielt hierbei die entscheidende Rolle, oder nicht? Ich will an dieser Stelle über das "Weshalb" reden. Weshalb willst du helfen?
Giohan ist 13 Jahre alt und leidet an einer HIV-Hepatitis B Koinfektion. Da seine Eltern beide kerngesund sind, vermuten wir, dass er sich als Kleinkind in einem burmesischen Krankenhaus angesteckt hat.

Unkontaktierte Völker sind Volksstämme, die jeden Kontakt zur sogenannten zivilisierten Gesellschaft, dem "Mainstream", aus dem Weg gehen; Völker, die somit ganz anders leben als wir; Völker, von denen die Meisten denken, dass sie seit Jahrhunderten ausgestorben wären.
Dieser Beitrag widmet sich Menschen, die selber aktiv werden möchten, Chancen oder Hilfe suchen, um an humanitären Projekten mitzuarbeiten oder eigene Projekte im Sinn haben und nach Unterstützern oder finanziellen Mitteln Ausschau halten.
